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2013 Holzers Peepshow

31.05.2013

2013 Holzers Peepshow

Holzers Peepshow passt in unsere Zeit, in welcher man sich in vielen Bereichen Gedanken zur Schweiz macht: Teurer Schweizer Franken, Euro-Krise, Tourismus, Globalisierung, Anpassung an neue Gegebenheiten, Bankgeheimnis, Ausländerprobleme, Steuerabkommen, Druck aus dem Ausland, und vieles mehr.

Das Stück zeigt, wie einfallsreich Schweizer sein können, wenn es darum geht, die Kasse zum Klingeln zu bringen. Es zeigt aber auch, dass die „Heile Welt“ nicht immer heil bleibt, wenn man keine Sorge zu ihr trägt. Vielleicht lässt uns Holzers Peepshow wieder einmal darüber nachdenken, was das Schweizerkreuz bedeutet.

Inhalt:

Die Bauernfamilie Holzer hat Existenzsorgen. Die Landwirtschaft rentiert nicht mehr. Der Skilift, der dem Vater jeden Winter einen Nebenverdienst sicherte, wird automatisiert. Vom Tourismus können Holzers auch nicht profitieren. Ihr Hof liegt zwischen Tal- und Bergstation, und die Busse nutzen den kurzen Halt in ihrer Gegend meist nur für einen „Technischen Halt“. So kommen Holzers eines Tages auf die Idee, den Touristen etwas Geld abzuluchsen, indem sie ihnen eine Peepshow vorführen: Bei Geldeinwurf geht der Vorhang auf und gibt den Blick in die gute Stube frei! Zu ihrem eigenen Erstaunen haben sie Erfolg damit. Das Kässeli füllt sich von Tag zu Tag mehr. Doch das Geld verändert auch den vermeintlich idyllischen Alltag der Familie. Bald ist es bei ihnen nicht mehr, wie es einmal war. Indem sie sich dem Publikumsgeschmack anpassen, entblössen sie sich und ihre heile Welt immer mehr.

Markus Köbelis Farce bringt das Publikum trotz ernstem Thema durch sprühenden Witz und sarkastischen Humor zum Lachen. Holzers Peepshow ist eine absurde Geschichte über die Schweizer Identität im Zeitalter von Ballenberg, Big Brother, Sahlenweidli und Strukturwandel.


Der Author: Markus Köbeli wurde am 20. Januar 1956 in Bern geboren.

«Lachen verleitet bekanntlich dazu, etwas nicht ganz ernst zu nehmen. Das ist die Tragödie der Komödie.»

Nach einem abgebrochenen Studium und einem einjährigen Asienaufenthalt hatte er zu Beginn der 80er Jahre „die naive Idee, vom Schreiben leben zu wollen“. Also begann er 1982, Beiträge für das Radio zu verfassen. Es folgten kabarettistische Hörspiele, diverse Kurzgeschichten und der erste Roman “Ich und Ich”.
1987 schrieb Köbeli mit “Zimmer frei” sein erstes Theaterstück. Zwei Jahre später entstand “Holzers Peepshow”, sein bislang erfolgreichstes Bühnenwerk, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Köbeli hat es 2004 überarbeitet und im Casinotheater Winterthur selbst inszeniert: Mit Birgit Steinegger und Walter Andreas Müller als Ehepaar Holzer und Ueli Beck als Grossvater.

Markus Köbeli ist heute Autor (unter anderem für das „Schreckmümpfeli“ und lange Zeit für die Satiresendung „Zweierleier“ auf Radio DRS 1) und Autor/Regisseur beim Schweizer Fernsehen (unter anderem für „Total Birgit“ und „Viktors Spätprogramm“).
Das Hauptinteresse seines Schaffens gilt der Fantasie. Markus Köbeli sieht in der Fantasielosigkeit eines der Hauptübel unserer Welt. Er ist überzeugt, dass man als Autor die Fantasie spielen lassen muss, wenn man die Wirklichkeit beschreiben will. Er plädiert für ein respektloses, fantasievolles Theater. Dazu eigne sich die Komödie vorzüglich:


«Also lachen Sie, aber tun Sie es mit dem nötigen Ernst.»

Regie:

Regie führen wird die Zürcher Regisseurin und Theaterpädagogin Susanne Zürrer, die bei den Spielleuten von Seldwyla bereits das sechste Mal inszeniert. Ihre Schwerpunkte und besonderen Fähigkeiten liegen in den kleinen Details, die sie mit viel Liebe ausgestaltet. Susanne Zürrer inszeniert mit grosser Begeisterung ernste und heitere Stücke von der Biedermeierzeit bis zur Moderne, von der kleinen Komödie bis zum Musical. Nächstes Frühjahr zeigt das von ihr geleitete Estrich-Theater Zürich im Bernhard Theater „Anatevka – Fiddler on the Roof“.